Der Immobilienmarkt befindet sich aktuell in einer Übergangsphase zwischen vorsichtiger Erholung und einer zunehmenden Krise durch Insolvenzen und notleidende Kredite (NPLs). Beide Entwicklungen liefen gleichzeitig ab: Einerseits geraten viele Immobilienunternehmen wegen hoher Zinsen, steigender Baukosten und schwacher Konjunktur unter Druck, andererseits entstehen dadurch günstige Einstiegsmöglichkeiten für Investoren.
Aus der Sicht von Moritz Kraneis, geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen Zinshaus Gesellschaft mbH, profitieren jedoch nur jene Käufer nachhaltig, die über starke Assetmanagement-Kompetenz verfügen. Der günstige Erwerb allein reiche nicht aus, da viele Objekte aus Insolvenzen Modernisierungsbedarf, strategische Probleme oder schwache Vermietungssituationen aufweisen. Entscheidend sei deshalb die Fähigkeit, Immobilien aktiv weiterzuentwickeln – etwa durch professionelles Vermietungsmanagement, energetische Sanierungen und kluge Refinanzierung.
Moritz Kraneis sieht darin auch eine Marktbereinigung: Spekulative Investoren verschwinden zunehmend, während langfristig orientierte Bestandshalter mit operativer Expertise gestärkt werden. Besonders im Vorteil seien Unternehmen mit eigenen Netzwerken zu Banken, Insolvenzverwaltern und Kapitalgebern, da sie frühzeitig Zugang zu attraktiven Opportunitäten erhalten.
Im Fazit vertritt er die Auffassung, dass die aktuelle Krise große Chancen bietet, allerdings nur für Investoren, die Immobilien aktiv managen und langfristig entwickeln können. Nachhaltiger Erfolg entstehe nicht durch günstige Käufe allein, sondern durch professionelle Bewirtschaftung und strategische Weiterentwicklung der Objekte.
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